Architektur privat studieren: Kammerfähig ab 626 €/Monat

Bachelor, Master und Dualstudium an privaten Hochschulen – NC-frei, staatlich anerkannt und kombinierbar zur Eintragung in die Architektenkammer
 · Letzte Aktualisierung 14.04.2026

Architektur an einer privaten Hochschule in Deutschland studieren bedeutet: kleine Ateliergruppen, NC-freier Zugang, starker Praxisbezug – und eine ehrliche Frage, die Studycheck und Hochschulkompass nicht beantworten.

Welche Programme führen tatsächlich zur Eintragung in die Architektenkammer? Seit die IU Internationale Hochschule ihre drei nicht-dualen Architekturprogramme aus dem Angebot genommen hat, bleibt eine überschaubare Auswahl an privaten Anbietern mit kammerfähigen Bachelor- und Master-Kombinationen – plus duale Bachelor an der hochschule 21 in Buxtehude und an der IU an mehreren deutschen Großstadt-Standorten.

Weiter unten findest du außerdem unseren interaktiven Architektur-Wegweiser.

Alle Studiengänge in Architektur im Vergleich

Wir verzeichnen insgesamt 12 Kurse im Fachbereich Architektur.

Vollzeitstudium, Bachelor of Arts (B.A.)
  •  SRH University
  •  7 Semester
  •  Heidelberg
  • ab 690 € monatlich
  •  4 Kommentare & Fragen
Duales Studium, Bachelor of Arts (B.A.)
  •  IU Internationale Hochschule
  •  8 Semester
  •  Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig
  •  Duales Studium ohne Studiengebühren
Duales Studium, Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  •  hochschule 21
  •  8 Semester
  •  Buxtehude
Vollzeitstudium, Bachelor of Arts (B.A.)
  •  AMD Akademie Mode & Design
  •  7 Semester
  •  Berlin, München, Hamburg oder Düsseldorf
  • ab 750 € monatlich
Vollzeitstudium, Bachelor of Arts (B.A.)
  •  Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
  •  6 Semester
  •  Alfter
  • ab 626 € monatlich
  •  4 Kommentare & Fragen
Berufsbegleitendes Studium, Master of Science (M.Sc.)
  •  EBZ Business School
  •  5 Semester
  •  Bochum
  • ab 590 € monatlich
Vollzeitstudium, Bachelor of Arts (B.A.)
  •  Berlin International University of Applied Sciences
  •  6 Semester
  •  Berlin
  • ab 745 € monatlich
Vollzeitstudium, Master of Arts (M.A.)
  •  SRH University
  •  3 Semester
  •  Heidelberg
  • ab 750 € monatlich
  •  2 Kommentare & Fragen
Vollzeitstudium, Master of Arts (M.A.)
  •  Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
  •  4 Semester
  •  Alfter (bei Bonn), Mannheim
  • ab 626 € monatlich
Vollzeitstudium, Bachelor of Arts (B.A.)
  •  Berlin International University of Applied Sciences
  •  8 Semester
  •  Berlin
  • ab 745 € monatlich
Vollzeitstudium, Master of Arts (M.A.)
  •  Berlin International University of Applied Sciences
  •  4 Semester
  •  Berlin
  • ab 895 € monatlich
Vollzeitstudium, Bachelor of Arts (B.A.)
  •  AMD Akademie Mode & Design
  •  7 Semester
  •  Hamburg oder München
  • ab 750 € monatlich

Welche privaten Hochschulen sind kammerfähig?

Kammerfähig sind aktuell die Alanus Hochschule in Alfter, die SRH University Heidelberg, die Berlin International University of Applied Sciences, die hochschule 21 in Buxtehude mit ihrem dualen B.Eng. – und seit der Curriculum-Überarbeitung 2025 auch der duale Architektur-Bachelor der IU Internationalen Hochschule an den Standorten Berlin, Hamburg, München und Stuttgart. Alle sind staatlich anerkannt und erfüllen die europäische Vier-Jahres-Regel für die Architektenkammer-Eintragung; bei den dualen Programmen reicht bereits der 8-Semester-Abschluss allein, bei den Vollzeit-Programmen an Alanus, SRH und Berlin International die Kombination aus Bachelor und Master. Bei AMD Akademie und EBZ Business School ist das Profil anders – dazu gleich mehr.

Die Bandbreite reicht von der künstlerisch geprägten Alanus bis zur international ausgerichteten Berlin International: eine Privatuniversität, deren Bachelor in Interior Architecture nach aktueller Recherche das einzige kammerfähige Innenarchitektur-Curriculum an einer privaten Hochschule in Deutschland ist. Wer später „eingetragene Architektin" oder „eingetragener Architekt" auf die Visitenkarte schreiben will, sollte bei der Programmwahl genau hinschauen – die Unterschiede sind groß, und nicht jeder Bachelor reicht allein.

HochschuleProgrammStudiendauerKammerfähig
Alanus Hochschule Architektur B.A. + M.A. 6 + 4 Semester ja, kombiniert
SRH University Heidelberg Architektur B.A. + Architecture – Design for the Built Environment M.A. 7 + 3 Semester ja, kombiniert
Berlin International Architecture B.A. + Interior Architecture/Interior Design B.A. + Interior Design M.A. 8 + 4 Semester ja, Bachelor allein oder kombiniert
hochschule 21 Buxtehude Architektur B.Eng. (dual) 8 Semester ja, direkt
IU Internationale Hochschule Architektur B.A. (dual, Berlin/HH/München/Stuttgart) 8 Semester ja, seit 2025 auf Kammerstandard akkreditiert
AMD Akademie Mode & Design Interior Design B.A. / Innenarchitektur B.A. 7 Semester nein – Design-Profil
EBZ Business School Projektentwicklung M.Sc. 5 Semester berufsbegleitend kein Architekturabschluss

Was heißt kammerfähig überhaupt?

„Kammerfähig" bedeutet: Mit deinem Abschluss kannst du dich in die Architektenliste einer Landesarchitektenkammer eintragen lassen und die geschützte Berufsbezeichnung führen. Grundlage ist die EU-Baurichtlinie, die mindestens vier Jahre Regelstudienzeit mit 240 ECTS-Punkten an einer staatlich anerkannten Hochschule verlangt – plus anschließend zwei Jahre Berufspraxis in Architektur. Einzelne Länder setzen härter an: Die Bayerische Architektenkammer fordert beispielsweise acht Semester Vollzeitstudium als Mindestnorm.

Drei Konsequenzen für deine Studienwahl: Erstens reicht ein reiner Bachelor in der Regel nicht aus – du brauchst entweder einen 8-Semester-Bachelor wie bei Berlin International oder der hochschule 21, oder du kombinierst Bachelor und Master zu mindestens vier Jahren Gesamtlänge. Zweitens muss die Hochschule staatlich anerkannt sein; private Abschlüsse sind rechtlich gleichwertig mit staatlichen, solange die Akkreditierung stimmt. Drittens zählt die inhaltliche Schwerpunktsetzung: Ein Design-orientiertes Curriculum ohne Baukonstruktion, Tragwerkslehre und Bauphysik wird von der Kammer nicht anerkannt – auch wenn der Titel „Interior Design" lautet.

Im Zweifelsfall gilt: Vor der Einschreibung bei der zuständigen Landesarchitektenkammer anfragen, ob das konkrete Programm anerkennungsfähig ist. Die Bundesarchitektenkammer hat dafür eine Übersicht aller 16 Landeskammern mit Kontaktadressen.

Die IU-Einstellung vom 14. April 2026 – Einordnung

Der IU-Rückzug kommt nicht aus dem Nichts. Bereits im Oktober 2024 waren am Landgericht Frankfurt am Main sieben Klagen ehemaliger Architektur-Studierender anhängig, die sich bei der Einschreibung über die Kammerfähigkeit ihres dualen Bachelor-Programms getäuscht fühlten. In Flyern hatte die IU bis 2021 suggeriert, Absolventinnen und Absolventen könnten „anerkannter Architekt" werden – ein Versprechen, das das damalige Curriculum nicht einlösen konnte. Gutachter im Akkreditierungsverfahren verpflichteten die Hochschule, den Hinweis auf die Kammerfähigkeit aus Webseite, Flyern und Plakaten zu streichen.

Anfang 2025 hatte die IU das duale Bachelor-Curriculum mit dem Anspruch neu akkreditieren lassen, den Standards der Architektenkammern zu entsprechen – an den Standorten Berlin, Hamburg, München und Stuttgart. Diese Version bleibt am Markt. Was zum 14. April 2026 aus dem Programm fliegt, sind die drei Studiengänge außerhalb des dualen Modells: der klassische Bachelor, der Master und der Innenarchitektur-Bachelor. Das Signal für Studieninteressierte ist dreifach: Erstens lässt sich kammerpflichtige Architektur offenbar nur im Präsenz- oder dualen Modell zuverlässig abbilden – nicht im Fern- oder stark digitalen Format. Zweitens ist das duale IU-Programm heute die Version, die auf Kammerstandard ausgerichtet ist. Drittens bleibt es sinnvoll, vor der Einschreibung bei der zuständigen Landesarchitektenkammer nachzufragen, wie die konkrete Akkreditierung bewertet wird – auch das überarbeitete IU-Curriculum ist noch jung, und die Einschätzung der Kammern kann im Einzelfall unterschiedlich ausfallen.

Architektur-Wegweiser: Welches Architekturstudium passt zu deinem Ziel?

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Wie willst du studieren?

Was kostet ein Architektur-Studium an einer privaten Hochschule?

Die Studiengebühren für Architektur an privaten Hochschulen liegen zwischen 626 und 895 €/Monat. Über die gesamte Studienzeit summieren sich die Gesamtkosten auf rund 14.250 € im günstigsten Master-Programm (SRH Heidelberg, drei Semester) und bis zu 35.760 € für den kammerfähigen 8-Semester-Bachelor an der Berlin International. Die Bachelor-Programme sind durchgehend teurer als die Master, weil sie länger laufen und die monatliche Rate meist niedriger angesetzt ist.

Bachelor Architektur und Innenarchitektur: Kosten im Vergleich

StudiengangHochschuleStudienortStudiendauerKosten

Vollzeitstudium
Berlin6 Semesterab 4470 € insgesamt
ab 745 € monatlich

Vollzeitstudium
Berlin8 Semesterab 14240 € insgesamt
ab 745 € monatlich

Vollzeitstudium
Alfter6 Semesterab 22182 € insgesamt
ab 626 € monatlich

Vollzeitstudium
Heidelberg7 Semesterab 29730 € insgesamt
ab 690 € monatlich

Vollzeitstudium
Berlin, München, Hamburg oder Düsseldorf7 Semesterab 31500 € insgesamt
ab 750 € monatlich

Vollzeitstudium
Hamburg oder München7 Semesterab 32095 € insgesamt
ab 750 € monatlich

Die günstigste Einstiegslinie bildet die Alanus Hochschule in Alfter mit 626 €/Monat und 22.182 € Gesamtkosten über sechs Semester – plus anschließender Master für die volle Kammerfähigkeit. Die SRH University Heidelberg liegt bei 690 €/Monat und bietet mit sieben Semestern Bachelor einen längeren Studienbogen. Die teuerste Option ist der kammerfähige 8-Semester-Bachelor an der Berlin International University mit 745 €/Monat und 35.760 € Gesamtkosten. Für die Entscheidung zählt nicht allein der Preis: Die Alanus hat ein künstlerisch-anthroposophisches Profil, die SRH liegt mitten im Rhein-Neckar-Raum mit guter Anbindung zu Architekturbüros, und BiU bietet ein vollständig englischsprachiges Curriculum mit internationaler Studierendenschaft.

Master Architektur und Interior Design: Kosten im Vergleich

StudiengangHochschuleStudienortStudiendauerKosten

Vollzeitstudium
Berlin4 Semesterab 5370 € insgesamt
ab 895 € monatlich

Vollzeitstudium
Heidelberg3 Semesterab 14250 € insgesamt
ab 750 € monatlich

Vollzeitstudium
Alfter (bei Bonn), Mannheim4 Semesterab 14788 € insgesamt
ab 626 € monatlich

Im Master-Segment unterbietet die SRH Heidelberg mit 14.250 € Gesamtkosten (drei Semester, 750 €/Monat) die Konkurrenz deutlich. Der Master heißt offiziell „Architecture – Design for the Built Environment" und richtet sich stark auf nachhaltiges Bauen und Stadtentwicklung aus. Die Alanus Hochschule liegt bei 14.788 € (vier Semester, 626 €/Monat), mit stärker künstlerischem Schwerpunkt. Die Berlin International setzt mit dem Interior-Design-Master bei 895 €/Monat und 21.480 € den oberen Rahmen – der Kurs läuft auf Englisch und ist die einzige Master-Option an einer privaten Hochschule für den Innenarchitektur-Zweig.

Duales Studium und berufsbegleitend – ohne Gebühren für dich

Für Studieninteressierte ohne eigenes Budget gibt es zwei duale Bachelor-Programme und ein berufsbegleitendes Master-Angebot, bei denen die Studiengebühren nicht aus eigener Tasche kommen. An der hochschule 21 in Buxtehude läuft der Architektur-Bachelor als duales Studium: Das Partnerunternehmen zahlt die Gebühren, du bekommst zusätzlich eine Ausbildungsvergütung und sammelst acht Semester lang parallel Baustellenpraxis. Das Programm endet mit einem B.Eng. und ist durch seine Vier-Jahres-Regelstudienzeit direkt kammerfähig – ohne Master-Pflicht.

Die IU Internationale Hochschule bietet den dualen Architektur-Bachelor an den Standorten Berlin, Hamburg, München und Stuttgart an. Das Curriculum wurde 2025 auf Kammerstandard ausgerichtet, drei nicht-duale IU-Architekturprogramme wurden zum 14. April 2026 dagegen aus dem Markt genommen. Wer sich für die IU entscheidet, sollte die konkrete Akkreditierungslage vor der Einschreibung bei der zuständigen Landeskammer prüfen – die Neuausrichtung ist jung.

Die dritte Option ist das berufsbegleitende Master-Programm „Projektentwicklung" an der EBZ Business School in Bochum. Streng genommen ist das kein Architekturstudium im engeren Sinne, sondern ein Spezialisierungs-Master für angehende Projektentwicklerinnen und Projektentwickler auf der Bauherrenseite. Für Architektinnen und Architekten mit mehrjähriger Berufserfahrung, die vom Entwurf auf die Steuerung großer Bauprojekte wechseln wollen, ist der Kurs trotzdem eine ernsthafte Option – zumal der Arbeitgeber die Gebühren in vielen Fällen übernimmt.

Finanzierung: BAföG, Stipendien, Bildungskredit

Alle gelisteten Hochschulen sind staatlich anerkannt, damit sind sie BAföG-berechtigt – das gilt auch für private Hochschulen. Die Förderhöhe richtet sich nach Elterneinkommen und Wohnsituation, der Studiengebühren-Anteil ist allerdings vom BAföG-Höchstsatz gedeckelt. Für Studieninteressierte mit guter Abinote und Engagement lohnt sich der Blick auf das Deutschlandstipendium (300 €/Monat, zur Hälfte vom Bund) sowie hochschuleigene Programme. Die Alanus Hochschule hat zum Beispiel einen eigenen Sozialfonds, der in Härtefällen einspringt.

Wer alle Töpfe ausgeschöpft hat, kann auf den KfW-Studienkredit zurückgreifen: bis zu 650 €/Monat, unabhängig vom Elterneinkommen, mit tilgungsfreier Zeit nach dem Abschluss. Steuerlich absetzen lassen sich die Studiengebühren als Werbungskosten, wenn es sich um ein Zweitstudium oder ein Masterprogramm nach abgeschlossener Berufsausbildung handelt – beim Erststudium nur begrenzt als Sonderausgaben.

Welche Voraussetzungen brauche ich für ein Architekturstudium ohne NC?

Du brauchst ein Abitur oder die Fachhochschulreife, eine Bewerbungsmappe mit eigenen gestalterischen Arbeiten und im Regelfall ein persönliches Aufnahmegespräch. Einen Numerus Clausus haben private Hochschulen nicht – die Zulassung läuft über das hochschuleigene Eignungsverfahren. Das heißt nicht, dass die Programme leichter zu bekommen sind: Die Mappen-Anforderungen reichen vom Freihandzeichnen über Fotoarbeiten bis zu ersten Modellbau-Projekten, und an Häusern wie der Alanus ist das Auswahlgespräch teils mehrstufig.

Die Mappe ist das zentrale Auswahlkriterium. Hochschulen erwarten in der Regel 15 bis 25 Arbeiten aus verschiedenen Bereichen: Bleistiftzeichnungen von Gegenständen oder Architektur, perspektivische Skizzen, Modellbau-Dokumentationen, Fotoserien, experimentelle Materialarbeiten. Wichtiger als technische Perfektion ist die inhaltliche Bandbreite – die Hochschulen wollen sehen, dass du räumlich denken kannst und eine eigene Formensprache entwickelst. Wer unsicher ist, kann an vielen Hochschulen einen Mappenkurs besuchen oder sich in einer Beratung vorab Feedback holen.

Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ohne Abitur gibt es Wege über die berufliche Qualifikation: Eine abgeschlossene Ausbildung plus drei Jahre Berufspraxis im verwandten Feld (zum Beispiel als Bauzeichnerin, Tischler oder Maurerpolier) reicht an vielen privaten Hochschulen für die Zulassung – plus bestandenem Eignungstest. Die Alanus und die hochschule 21 nehmen regelmäßig Studierende auf diesem Weg auf.

Das Studio ist der Ort, an dem sich privates Architekturstudium von staatlichen Massenhochschulen unterscheidet: kleine Gruppen, direkte Betreuung, wöchentliche Entwurfskritik.

Vollzeit, dual oder berufsbegleitend: Welches Format passt zu dir?

Nach der IU-Portfolio-Bereinigung zum 14. April 2026 gibt es an privaten Hochschulen in Deutschland kein echtes Fernstudium Architektur mehr. Alle verbleibenden Programme sind Präsenzformate – Vollzeit am Campus, dual im Wechsel mit einem Partnerunternehmen oder im Ausnahmefall berufsbegleitend. Das ist konsistent mit den Anforderungen der Architektenkammern: Der Studio-Betrieb mit physischen Modellen, Entwurfskritiken und Tutorien lässt sich digital nur begrenzt abbilden. Wer für Architektur brennt, muss an den Campus kommen.

Vollzeit am Campus – der klassische Weg

Drei private Hochschulen bieten klassische Vollzeit-Bachelor und -Master in Architektur an: die Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn, die SRH University Heidelberg und die Berlin International University of Applied Sciences. Alle drei sind kleine Campus-Hochschulen mit Studiogruppen zwischen 15 und 30 Studierenden pro Jahrgang – ein Betreuungsschlüssel, den staatliche Fachhochschulen kaum bieten.

Die Alanus ist die älteste der drei und trägt eine anthroposophische Tradition: Entwurf wird dort mit handwerklicher Praxis und Grundlagen in Kunst, Philosophie und Pädagogik kombiniert. Die SRH Heidelberg arbeitet nach dem hochschuleigenen CORE-Prinzip mit kürzeren, intensiven Lerneinheiten und starkem Projektbezug – und liegt mit dem Masterprogramm „Design for the Built Environment" voll im Trend zu nachhaltigem Bauen und Bestandssanierung. Die Berlin International ist die jüngste der drei (gegründet 2014), international ausgerichtet und mit einem vollständig englischsprachigen Curriculum das erste Ziel für internationale Studierende – und für angehende Innenarchitektinnen und Innenarchitekten, die Wert auf Kammerfähigkeit legen.

Duales Studium: hochschule 21 in Buxtehude und IU Internationale Hochschule

Das duale Architekturstudium an einer privaten Hochschule läuft über zwei Anbieter mit sehr unterschiedlichem Profil. Die hochschule 21 in Buxtehude ist traditionell dual aufgestellt und richtet sich an die norddeutsche Bau- und Planungsbranche. Der B.Eng. läuft über acht Semester und kombiniert Blockphasen am Campus mit Praxisphasen im Partnerunternehmen. Das Unternehmen zahlt die Studiengebühren und eine Ausbildungsvergütung, du hast nach vier Jahren einen kammerfähigen Bachelor und bereits mehrere hundert Tage echte Projekterfahrung auf Baustellen oder in Planungsbüros. Architekturbüros, Bauunternehmen und kommunale Bauämter im Großraum Hamburg–Bremen–Hannover gehören zu den regelmäßigen Kooperationspartnern – vor der Bewerbung an der Hochschule musst du also zuerst einen Dualpartner finden.

Die IU Internationale Hochschule bietet das duale Architektur-Studium an den Standorten Berlin, Hamburg, München und Stuttgart an und ist damit der einzige duale Anbieter mit Multi-Standort-Präsenz in mehreren deutschen Großstädten. Das Curriculum wurde 2025 auf die Anforderungen der Architektenkammern ausgerichtet und ist seither auf Kammerstandard akkreditiert. Die drei anderen IU-Architekturprogramme – der klassische Bachelor, der Master und der Innenarchitektur-Bachelor – wurden zum 14. April 2026 dagegen aus der Vermarktung genommen. Für Studieninteressierte heißt das: Das verbleibende duale IU-Programm ist die Version, die inhaltlich auf den geschützten Architekten-Beruf zielt. Wer diesen Weg geht, sollte die Akkreditierung vor der Einschreibung dennoch beim zuständigen Landeskammer-Sekretariat verifizieren – die Neuausrichtung ist jung, und die Bewertungen der Kammern können im Einzelfall variieren.

Berufsbegleitend: Projektentwicklung an der EBZ

Die EBZ Business School in Bochum bietet den Master „Projektentwicklung" berufsbegleitend über fünf Semester an. Das ist kein Architekturstudium mit Entwurf und Tragwerkslehre, sondern ein immobilienwirtschaftlicher Spezialisierungsmaster für Absolventinnen und Absolventen mit bereits vorhandenem Erststudium in Architektur, Bauingenieurwesen oder Immobilienwirtschaft. Die Zielgruppe: Menschen, die vom Zeichenbrett auf die Bauherrenseite wechseln und Projektsteuerung, Baufinanzierung oder Portfolioentwicklung lernen wollen.

Architektur oder Innenarchitektur: Was passt zu dir?

Architektur und Innenarchitektur sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, führen aber in unterschiedliche Berufsbilder. Architektinnen und Architekten planen Gebäude von der Tragwerksstruktur bis zur Genehmigung – sie entscheiden über Grundrisse, Fassaden, Statik, Bauphysik und den gesamten Bauablauf. Innenarchitektinnen und Innenarchitekten arbeiten an dem, was danach kommt: Raumgestaltung, Ausbau, Lichtplanung, Möbel, Oberflächen, Farbkonzepte. Beide Berufe sind über die Architektenkammer geschützt – für beide gilt die Vier-Jahres-Regel.

Berlin International vs. AMD: Der entscheidende Unterschied für Innenarchitektur

Wenn du dich zwischen den beiden privaten Anbietern für Innenarchitektur entscheiden musst, ist die Frage nicht Preis oder Standort, sondern: Willst du später als eingetragene Innenarchitektin oder eingetragener Innenarchitekt arbeiten – oder reizt dich eher die Design-Seite des Berufs?

Die Berlin International University of Applied Sciences ist nach aktueller Recherche die einzige private Hochschule in Deutschland, deren Bachelor Interior Architecture/Interior Design kammerfähig ist. Das Curriculum enthält Baukonstruktion, Bauphysik, Tragwerkslehre und Technisches Zeichnen in einem Umfang, den die Architektenkammern für die Eintragung fordern. Wer den Weg in Richtung Architektenkammer gehen will, kommt an BiU kaum vorbei.

Die AMD Akademie Mode & Design bietet ihren Bachelor Interior Design beziehungsweise Innenarchitektur an den Standorten Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf an. Das Profil ist bewusst design-orientiert: Retail-Design, Möbelentwurf, Ausstellungsgestaltung, Corporate Interior, Hospitality und Szenografie stehen im Vordergrund. AMD-Absolventinnen und -Absolventen landen in Designagenturen, bei Ladenbauunternehmen, in Film- und Theaterproduktionen oder machen sich mit eigenen Studios selbstständig – der Weg in die Architektenkammer ist dabei nicht vorgesehen. Für Menschen, die diesen Pfad klar wollen, ist AMD eine sehr starke Wahl. Für alle, die eingetragene Innenarchitektin werden möchten, ist BiU die richtige Adresse.

Wo kannst du Architektur an einer privaten Hochschule studieren?

Die wichtigsten Standorte für privates Architekturstudium verteilen sich auf Berlin, Heidelberg, Alfter bei Bonn, Buxtehude, Hamburg, München, Stuttgart und Düsseldorf – mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Berlin ist der dichteste Standort mit mehreren Programmen an der Berlin International plus IU-Dual-Campus und AMD-Campus; Heidelberg und Alfter sind kleine Hochschulstädte mit sehr persönlicher Betreuung; Buxtehude bedient die norddeutsche Baubranche im klassischen dualen Modell; und die IU-Standorte in Hamburg, München und Stuttgart bringen das dual-moderne Format in die süd- und norddeutschen Metropolen.

Berlin: Der dichteste Architektur-Standort privat

In Berlin gibt es die größte Dichte privater Architektur-Programme: Die Berlin International University of Applied Sciences bietet mit Architecture B.A. (8 Semester, kammerfähig), Interior Architecture/Interior Design B.A. (6 Semester, ebenfalls kammerfähig) und Interior Design M.A. gleich drei Studiengänge unter einem Dach. Dazu kommt ein AMD-Campus mit Interior Design B.A. – allerdings mit dem bereits erwähnten Design-Profil. Seit dem 2025er Curriculum-Relaunch bietet die IU Internationale Hochschule ihren dualen Architektur-Bachelor ebenfalls an einem Berliner Standort an. Berlin selbst ist als Hauptstadt der deutschen Architekturszene ein logischer Magnet: über hundert Architekturbüros, ständige Wettbewerbe, eine starke Studio- und Ausstellungskultur und vergleichsweise gute Praktikumsmöglichkeiten während des Studiums.

Heidelberg, Alfter und Buxtehude: Kleine Standorte mit klarem Profil

Heidelberg beherbergt die SRH University mit Bachelor und Master Architektur – ein lebendiger Campus mitten im Rhein-Neckar-Dreieck zwischen Frankfurt, Stuttgart und Karlsruhe. Die Stadt bringt ein historisches Stadtbild mit viel Baukultur, eine hohe Dichte an Studierenden und bezahlbare WG-Zimmer im Vergleich zu Heidelberg mit.

Alfter bei Bonn – die Heimat der Alanus Hochschule – ist ein kleines Dorf am Rand der rheinischen Vorgebirge, und genau das macht den Reiz aus: ein Hochschulcampus im alten Gutshof, künstlerische Arbeitsatmosphäre und unmittelbarer Anschluss an die Großstädte Bonn und Köln via Regionalbahn. Wer lieber Ruhe zum Entwerfen sucht als Großstadttrubel, ist hier richtig.

Buxtehude ist eine 40.000-Einwohner-Stadt im Alten Land südlich von Hamburg. Die hochschule 21 hat ihren Campus dort und bedient mit dem dualen Bachelor die norddeutsche Bau- und Planungsbranche. Für Studierende im dualen Modell ist die Nähe zu Hamburg (30 Minuten mit der S-Bahn) entscheidend – die meisten Partnerunternehmen sitzen im Großraum Hamburg–Stade.

Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf und Bochum: Dual, Interior-Design und Projektentwicklung

In Hamburg und München konzentriert sich das AMD-Interior-Design-Angebot mit Bachelor in Interior Design und Innenarchitektur – beide Städte sind etablierte Design-Hotspots mit eigenen Möbelmessen und Agentur-Netzwerken. An denselben beiden Standorten plus in Stuttgart bietet die IU Internationale Hochschule ihren dualen Architektur-Bachelor für Studieninteressierte mit Dualpartner-Firma. Düsseldorf komplettiert das AMD-Portfolio, und Bochum trägt mit der EBZ Business School den berufsbegleitenden Projektentwicklungs-Master für bereits Berufserfahrene – die Stadt liegt verkehrsgünstig im Ruhrgebiet und ist innerhalb einer Stunde von Düsseldorf, Essen und Dortmund erreichbar.

Welche Karrierechancen und Gehälter bieten private Architektur-Absolventen?

Das Einstiegsgehalt von Architektinnen und Architekten in Deutschland liegt laut StepStone-Gehaltsreport im Durchschnitt bei rund 3.500 € brutto pro Monat, in einer Spannbreite von 3.170 bis 3.830 € je nach Region und Bürogröße. Umgerechnet auf das Jahr entspricht das etwa 42.000 bis 46.000 €. Größere kommerzielle Büros in Frankfurt, München oder Stuttgart zahlen deutlich über dem Durchschnitt, kleinere künstlerisch orientierte Büros oft darunter.

Interessant ist der Unterschied zwischen Bachelor- und Master-Absolventen, den das Deutsche Architektenblatt aufgezeigt hat: Bachelor-Absolventinnen starten im Schnitt bei 47.500 €/Jahr, Master-Absolventen bei 42.143 €/Jahr. Der Unterschied ist nicht eine Entwertung des Masters – im Gegenteil, er spiegelt unterschiedliche Arbeitgeberprofile: Bachelor-Absolventen gehen öfter direkt in größere, technisch-kommerziell ausgerichtete Büros, Master-Absolventen häufiger in kleinere, kreativ-künstlerische Teams, die niedrigere Einstiegsgehälter zahlen, dafür aber mehr gestalterische Freiheit bieten.

Dual studierende Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen von der hochschule 21 starten im Schnitt mit 3.100 €/Monat brutto – etwas unter dem Vollzeit-Bachelor-Niveau, dafür kommen die vier Jahre Berufspraxis on top, was spätere Gehaltssprünge beschleunigt. Nach der Eintragung in die Architektenkammer (frühestens nach zwei Jahren Berufspraxis) und ein paar Jahren im Beruf liegen Festanstellungen in mittelgroßen Büros im Schnitt bei 52.000 bis 65.000 €/Jahr, in Großbüros und bei Bauherrenorganisationen oft deutlich höher. Die Selbstständigkeit mit eigenem Büro bleibt für viele das berufliche Ziel – wirtschaftlich ist sie jedoch anspruchsvoll und lohnt sich vor allem mit spitzem Profil und guter Akquise.

Häufige Fragen zum Architekturstudium an privaten Hochschulen

In der Regel nein. Die europäische Baurichtlinie und die Landesarchitektengesetze verlangen mindestens vier Jahre Regelstudienzeit (240 ECTS), plus zwei Jahre Berufspraxis nach dem Abschluss. Ein klassischer 6-semestriger Bachelor reicht dafür nicht – du musst einen Master anschließen oder von Anfang an einen 8-Semester-Bachelor wählen, wie ihn die Berlin International oder die hochschule 21 (dual) anbieten.

Alle hier gelisteten Hochschulen sind staatlich anerkannt und programmakkreditiert – das ist die Voraussetzung, damit Abschlüsse überhaupt von der Architektenkammer berücksichtigt werden. Staatliche Anerkennung bedeutet, dass das jeweilige Bundesland prüft und freigibt; Programmakkreditierung (durch Agenturen wie AQAS, ASIIN, ACQUIN) bewertet inhaltliche Qualität. Private Abschlüsse sind rechtlich gleichwertig mit staatlichen – der Unterschied liegt in der Finanzierung, nicht im Rang des Abschlusses.

Die IU hat am 14. April 2026 den klassischen Architektur B.A., den Architektur M.A. und den Innenarchitektur B.A. aus der Vermarktung genommen. Der duale Architektur-Bachelor bleibt und wird weiterhin an den Standorten Berlin, Hamburg, München und Stuttgart angeboten – er wurde bereits 2025 auf Kammerstandard ausgerichtet. Hintergrund der Portfolio-Bereinigung sind mehrjährige Auseinandersetzungen um die Kammerfähigkeit: sieben Klagen ehemaliger Studierender vor dem LG Frankfurt und eine Curriculum-Überarbeitung 2025. Das kammerpflichtige Architekturstudium lässt sich offenbar nur im Präsenz- oder dualen Modell zuverlässig mit den Anforderungen der Architektenkammern in Einklang bringen.

Gerechnet auf die Gesamtkosten ab etwa 14.250 € (Master bei SRH Heidelberg) bis 35.760 € (Bachelor bei Berlin International) und ein Einstiegsgehalt von rund 3.500 €/Monat amortisieren sich die Studiengebühren rechnerisch in zwei bis fünf Jahren. Das ist eine reine Kostenrechnung – der eigentliche Mehrwert privater Hochschulen liegt in den kleinen Gruppen, der direkten Betreuung und dem häufig stärkeren Praxisnetzwerk, das in staatlichen Massenstudiengängen so nicht gegeben ist.

Ja. Die Berlin International University of Applied Sciences unterrichtet Architecture und Interior Architecture/Interior Design vollständig auf Englisch – mit einer internationalen Studierendenschaft und ohne Deutschkenntnis-Vorgaben für die Einschreibung. Die anderen privaten Hochschulen führen ihre Architekturprogramme überwiegend auf Deutsch, teilweise mit englischsprachigen Modulen. Wer international studieren möchte, findet bei BiU das ausgebauteste Angebot.

Privatuniversitäten erwarten in der Regel eine Mappe mit 15 bis 25 eigenen Arbeiten, die räumliches und gestalterisches Denken belegen: Freihandzeichnungen, perspektivische Skizzen, Modellbau-Dokumentationen, Fotoserien und experimentelle Materialarbeiten. Inhaltliche Bandbreite zählt mehr als technische Perfektion. Viele Hochschulen bieten Mappenkurse oder Beratungsgespräche an – ein Blick auf die jeweilige Website lohnt sich lange vor dem Bewerbungsschluss.

Verwandte Studiengänge an privaten Hochschulen

Wenn du das Architekturstudium noch gegen verwandte technisch-planerische Fächer abwägst, findest du auf privathochschulen.net weitere Vergleichsseiten zu benachbarten Studienfeldern:

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