Logopädie studieren – vom Aufbaustudium bis zum Bachelor

Für Logopäd/innen mit Ausbildung und für Einsteiger/innen: Studiengänge dual, Fern und am Campus an privaten Hochschulen
 · Letzte Aktualisierung 12.03.2026

Logopädie an einer privaten Hochschule studieren – als Aufbaustudium für ausgebildete Logopäd/innen ab 147 €/Monat oder als primärqualifizierender Bachelor für Einsteiger/innen, der Berufsanerkennung und akademischen Grad verbindet. Duale Programme sind häufig arbeitgeberfinanziert. Auf dieser Seite erfährst du, welcher Weg zu dir passt, was das Studium kostet und wie du es finanzieren kannst.

Alle Kurse im Überblick

Wir verzeichnen insgesamt 6 Kurse im Fachbereich Logopädie.

Vollzeitstudium, Bachelor of Science (B.Sc.)
  •  Hochschule Fresenius
  •  7 Semester
  •  Idstein, Frankfurt am Main
  •  inkl. Hospitationen und Praxisphasen
  • ab 625 € monatlich
Vollzeitstudium, Bachelor of Science (B.Sc.)
  •  SRH University
  •  6 Semester
  •  Bonn, Düsseldorf, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart
  • ab 318 € monatlich
Fernstudium, Bachelor of Science (B.Sc.)
  •  DIPLOMA Hochschule
  •  8 Semester
  •  online
  • ab 147 € monatlich
Fernstudium, Bachelor of Science (B.Sc.)
  •  IU Internationale Hochschule
  •  3 Semester
  •  online
  •  Onlinestudium ohne Präsenzpflicht an Deutschlands größter Hochschule
  • ab 259 € monatlich
Duales Studium, Bachelor of Science (B.Sc.)
  •  Medical School Hamburg
  •  8 Semester
  •  Hamburg
Duales Studium, Bachelor of Science (B.Sc.)
  •  Fachhochschule des Mittelstands
  •  42 Monate
  •  Dortmund, Fulda, Fürth, Kaiserslautern, Köln, Krefeld, Oberhausen, Paderborn, Plauen, Recklinghausen, Worms

Aufbaustudium oder Erststudium – welcher Weg passt zu dir?

Wer Logopädie an einer privaten Hochschule studieren möchte, hat zwei grundlegend verschiedene Wege: ein Aufbaustudium für bereits ausgebildete Logopäd/innen – oder ein primärqualifizierendes Erststudium, das die klassische Ausbildung komplett ersetzt. Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, ob du bereits eine abgeschlossene Logopädie-Ausbildung mitbringst.

Aufbaustudium für Logopäd/innen mit Ausbildung

Du bist ausgebildete/r Logopäd/in und willst einen akademischen Abschluss nachholen? Dann ist ein Aufbaustudium der effizienteste Weg. Die Ausbildungsinhalte werden angerechnet, sodass du den Bachelor deutlich schneller erreichst:

Der Aufbau-Bachelor lohnt sich aus drei Gründen: bessere tarifliche Eingruppierung (TVöD/TV-L), Zugang zu Leitungsfunktionen in Kliniken und Praxen sowie die Möglichkeit, einen Master anzuschließen und in die Forschung oder Lehre zu gehen.

Primärqualifizierender Bachelor für Einsteiger/innen

Ohne Ausbildung steigst du direkt in ein vollständiges Studium ein, das die Staatliche Prüfung integriert. Am Ende hast du beides: die Berufsanerkennung als Logopäd/in und den akademischen Grad.

  • FHM – Duales Studium, 42 Monate, arbeitgeberfinanziert
  • MSH Medical School Hamburg – Duales Studium, 8 Semester
  • SRH Heidelberg – Vollzeit-Campus, 6 Semester, 318 €/Mon.
  • Hochschule Fresenius – „Akademische Sprachtherapie", 7 Semester Vollzeit. Führt nicht zum Titel „Logopäd/in", sondern zum/r „Sprachtherapeut/in" – eine eigenständige, ebenfalls kassenzugelassene Berufsbezeichnung.
 AufbaustudiumPrimärqualifizierendes Studium
Voraussetzung Abgeschlossene Logopädie-Ausbildung Hochschulzugangsberechtigung (Abitur, Fachabitur)
Dauer 3–8 Semester (je nach Anrechnung) 6–8 Semester
Kosten Ab 147 €/Mon. (Fernstudium) 0 € (dual) bis 625 €/Mon. (Campus)
Berufsanerkennung Bereits durch Ausbildung vorhanden Im Studium integriert (Staatliche Prüfung)
Abschluss Bachelor of Science / Bachelor of Arts Bachelor of Science + Staatliche Prüfung

Was kostet ein Logopädie-Studium an privaten Hochschulen?

Die Preisspanne ist groß: Duale Studiengänge an FHM und MSH sind in der Regel arbeitgeberfinanziert – du zahlst keine Studiengebühren. Im Fernstudium beginnen die Kosten bei 147 €/Mon. (DIPLOMA), Campusprogramme liegen bei 318 bis 625 €/Mon.

Für Einsteiger/innen – die ehrliche Frage: Die klassische Logopädie-Ausbildung an einer Berufsfachschule dauert drei Jahre und ist in den meisten Bundesländern schulgeldbefreit. Warum dann privat studieren? Drei Gründe: Du erwirbst Ausbildung und Bachelor in einem Durchgang (spart Zeit gegenüber Ausbildung + Aufbaustudium), du startest tariflich höher (E 9b statt E 6) und du hast Zugang zu Masterprogrammen und Forschung. Im dualen Studium (FHM, MSH) zahlst du ebenfalls nichts – der Arbeitgeber übernimmt die Kosten.

Finanzierung: Aufstiegs-BAföG, Steuer, Arbeitgeber

Das Aufbaustudium ist als Fort-/Weiterbildung förderfähig. Wichtige Optionen:

  • BAföG: Ein Aufbaustudium an einer Hochschule ist grundsätzlich BAföG-fähig. Höhe und Anspruch hängen von Einkommen, Vermögen und ggf. früherer Förderung ab. Wichtig: Aufstiegs-BAföG (AFBG) gilt nicht für Hochschulstudiengänge – es fördert ausschließlich berufliche Fortbildungen (Meister, Fachwirt etc.).
  • Aufstiegsstipendium: Die SBB (Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung) fördert Berufserfahrene, die ein Erststudium aufnehmen, mit ca. 1.072 €/Monat. Logopäd/innen mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung und überdurchschnittlicher Leistung können sich bewerben.
  • KfW-Studienkredit: Bis zu 650 €/Monat, unabhängig vom Einkommen, mit Beginn der Rückzahlung erst nach Studienende.
  • Steuerliche Absetzbarkeit: Ein Aufbaustudium als Zweitausbildung ist voll als Werbungskosten absetzbar – einschließlich Studiengebühren, Fahrtkosten und Arbeitsmittel.
  • Arbeitgeberbeteiligung: Viele Praxen und Kliniken beteiligen sich an Studiengebühren, wenn du dich im Gegenzug bindest. Frag aktiv nach – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist die Bereitschaft hoch.
StudiengangHochschuleStudiendauerKosten

Duales Studium
42 Monate

Duales Studium
8 Semester

Fernstudium
8 Semesterab 8705 € insgesamt
ab 147 € monatlich

Fernstudium
3 Semesterab 9481 € insgesamt
ab 259 € monatlich

Vollzeitstudium
6 Semesterab 14520 € insgesamt
ab 318 € monatlich

Vollzeitstudium
7 Semesterab 26945 € insgesamt
ab 625 € monatlich

Was lernst du im Studium – und was ist neu gegenüber der Ausbildung?

Die Logopädie-Ausbildung an Berufsfachschulen vermittelt solide Praxiskompetenz in Diagnostik und Therapie. Das Studium geht darüber hinaus: Du lernst, Therapieentscheidungen wissenschaftlich zu begründen und Forschungsergebnisse kritisch einzuordnen – Kompetenzen, die in der Ausbildung kaum vorkommen.

Typische Studieninhalte, die über die Ausbildung hinausgehen:

  • Evidenzbasierte Praxis: Studien lesen, bewerten und auf die eigene Therapiearbeit anwenden
  • Forschungsmethoden: Statistik, empirisches Arbeiten, Bachelorarbeit als eigenes Forschungsprojekt
  • Interdisziplinäre Vertiefung: Neurolinguistik, Phonetik, klinische Psychologie – je nach Hochschule
  • Management & Qualitätssicherung: Praxisführung, ICF-Klassifikation, Versorgungsforschung

Im primärqualifizierenden Studium kommen zusätzlich die Grundlagen der Ausbildung hinzu: Anatomie, HNO-Heilkunde, Pädiatrie, Stimm-/Sprach-/Schlucktherapie plus umfangreiche klinische Praktika.

Berufsanerkennung und Akademisierung – was du wissen musst

„Logopäde" und „Logopädin" sind in Deutschland geschützte Berufsbezeichnungen. Wer sie führen will, braucht die Staatliche Prüfung nach dem Gesetz über den Beruf des Logopäden (LogopG). Für die Berufsausübung und die Kassenzulassung ist dieser Schritt Pflicht – unabhängig davon, ob du die Prüfung über die klassische Ausbildung oder ein primärqualifizierendes Studium ablegst.

Wie erhältst du die Berufsanerkennung?

Beim primärqualifizierenden Studium (FHM, MSH, SRH, Fresenius) ist die Staatliche Prüfung integriert – du schließt mit Bachelor und Berufsanerkennung ab. Beim Aufbaustudium (IU, DIPLOMA) hast du die Berufsanerkennung bereits durch deine Ausbildung. Der Bachelor ergänzt den akademischen Grad, ändert aber nichts an deiner bestehenden Zulassung.

Gut zu wissen: Ein Aufbaustudium gefährdet deine bestehende Berufsanerkennung und Kassenzulassung nicht. Du behältst alle Rechte aus der Ausbildung und erwirbst zusätzlich einen akademischen Abschluss.

Akademisierung der Therapieberufe – wo steht Deutschland?

In vielen EU-Ländern (Niederlande, Schweden, Großbritannien) ist ein Bachelor-Abschluss für Sprachtherapeut/innen bereits Pflicht. Deutschland hinkt hinterher: Seit 2009 existieren Modellstudiengänge, doch eine vollständige Akademisierung ist politisch nicht beschlossen. In der Praxis bedeutet das: Die klassische Ausbildung bleibt vorerst der Regelweg. Wer sich aber jetzt akademisch qualifiziert, ist für eine mögliche Pflicht-Akademisierung vorbereitet – und profitiert schon heute von besserer Vergütung und breiteren Karriereoptionen.

Berufsaussichten und Gehalt für Logopäd/innen

Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 2.800 und 3.400 € brutto/Monat. Mit Bachelor-Abschluss und Berufserfahrung sind deutliche Steigerungen möglich – insbesondere in Kliniken und bei Übernahme einer Leitungsfunktion.

ArbeitsfeldEinstieg (brutto/Mon.)Erfahren (10+ Jahre)
Logopädische Praxis (angestellt) 2.800–3.200 € 3.400–4.000 €
Klinik / Reha-Einrichtung 3.000–3.400 € 3.800–4.500 €
Eigene Praxis (selbstständig) 3.000–4.000 €* 4.500–6.000 €*
Forschung / Lehre (mit Master) 3.500–4.000 € 4.500–5.500 €

* Nettoeinkommen bei Selbstständigkeit stark abhängig von Standort, Auslastung und Kassenverträgen. Quellen: TVöD/TV-L 2025, gehalt.de 2025.

Gehaltsvorteil durch Studium

Im öffentlichen Dienst macht der Abschluss einen messbaren Unterschied: Logopäd/innen mit Bachelor werden nach TVöD in Entgeltgruppe 9b–10 eingruppiert, mit Ausbildung dagegen in E 6–8. Auf ein Berufsleben gerechnet kann das einen Unterschied von über 100.000 € brutto ausmachen. In der freien Wirtschaft und in eigener Praxis sind die Unterschiede geringer – hier zählt Spezialisierung (z. B. Dysphagie, Stimmtherapie bei Berufssprechern) mehr als der formale Abschluss.

Welche Hochschulen bieten Logopädie an?

Sechs private Hochschulen in Deutschland bieten Logopädie oder Akademische Sprachtherapie als Studiengang an:

HochschuleStandortFormatTypBesonderheit
IU Internationale Hochschule Fernstudium Fern Aufbau Ab 3 Sem., kürzeste Option
DIPLOMA Hochschule Bad Sooden-Allendorf (Fern) Fern Aufbau 147 €/Mon., günstigste Option
FHM Bielefeld u. a. Dual Erstqualifizierend Arbeitgeberfinanziert
MSH Medical School Hamburg Hamburg Dual Erstqualifizierend Klinische Kooperationspartner
SRH Heidelberg Heidelberg Campus Erstqualifizierend CORE-Prinzip, kleine Gruppen
Hochschule Fresenius Idstein Campus Erstqualifizierend „Akad. Sprachtherapie" (eigenst. Berufsbezeichnung)

Verwandte Studiengänge findest du unter Ergotherapie und Physiotherapie – dort läuft die Akademisierungsdebatte parallel.

FAQ – Häufige Fragen zum Logopädie-Studium

Ja. Beide Fernstudiengänge (IU und DIPLOMA) sind explizit für Berufstätige konzipiert. Die IU bietet ein Vollzeit-, Teilzeit- und berufsbegleitendes Modell an. Die DIPLOMA Hochschule arbeitet mit virtuellen Vorlesungen am Samstagvormittag und kurzen Präsenzphasen. Prüfungen kannst du bei beiden Anbietern online ablegen.

Nein. Die primärqualifizierenden Programme an FHM, MSH, SRH und Fresenius richten sich an Studienanfänger/innen ohne Ausbildung. Du brauchst eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur, Fachabitur) oder eine gleichwertige berufliche Qualifikation. Einen NC gibt es an privaten Hochschulen in der Regel nicht – dafür häufig ein Auswahlgespräch oder einen Eignungstest.

Aktuell nicht als eigenständigen Logopädie-Master. Absolventen eines Logopädie-Bachelors können aber in verwandte Masterstudiengänge wechseln – etwa Klinische Linguistik, Gesundheitswissenschaften oder Therapiewissenschaften. Einige Universitäten (z. B. Universität Potsdam, RWTH Aachen) bieten spezialisierte Master an, die auch für Absolventen privater Hochschulen offenstehen.

Beide qualifizieren für die Behandlung von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen und berechtigen zur Abrechnung mit Krankenkassen. Der Unterschied liegt im Berufsrecht: „Logopäd/in" ist über das LogopG geregelt und erfordert die Staatliche Prüfung. „Sprachtherapeut/in" ist eine eigenständige akademische Qualifikation ohne Ausbildungsgesetz. In der Berufspraxis sind beide gleichwertig – viele Kliniken und Praxen stellen sowohl Logopäd/innen als auch Sprachtherapeut/innen ein.

Ja. Für die Anrechnung zählt der Abschluss, nicht das Datum. Sowohl die IU als auch die DIPLOMA rechnen abgeschlossene Logopädie-Ausbildungen unabhängig vom Abschlussjahr an. Du musst lediglich dein Zeugnis und die Berufsurkunde einreichen. Berufserfahrung kann je nach Hochschule zusätzlich auf einzelne Module angerechnet werden – frag im Vorfeld bei der Studienberatung nach einer individuellen Einstufung.

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