Welche Möglichkeiten für ein klassisches Studium gibt es an privaten Hochschulen, wenn ich später mal Schulpsychologin werden möchte?"
Ich möchte gerne Schulpsychologin werden, fange aber noch ganz von Null an. Mir ist wichtig, dass ich ein Präsenzstudium machen kann, also wirklich ganz klassisch am Campus studieren und nicht online. Mit welchen privaten Hochschulen ist das möglich und welche Studiengänge sind der beste Einstieg dafür? Gibt es bei den privaten Anbietern Unterschiede, auf die ich achten muss, wenn ich dieses Ziel habe?
1 Antwort
Hi Klara, wenn du Schulpsychologin werden möchtest, ist der klassische Einstieg ein Bachelor in Psychologie und danach ein Master in Psychologie, idealerweise mit Bezug zu Pädagogischer Psychologie, Entwicklungspsychologie, Diagnostik, Beratung, Klinischer Psychologie oder Schulpsychologie. Eigene Bachelorstudiengänge „Schulpsychologie“ gibt es in Deutschland praktisch nicht.
Wichtig: Für Schulpsychologie zählt in der Regel ein vollwertiger Psychologie-Abschluss. Wirtschaftspsychologie, Angewandte Psychologie, Coaching-Studiengänge oder reine Pädagogik sind dafür meist nicht der sauberste Einstieg, wenn du später in den schulpsychologischen Dienst oder in schulnahe psychologische Beratung möchtest.
Private Hochschulen mit Präsenz-Bachelor Psychologie:
- Hochschule Fresenius: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit Abitur, Fachhochschulreife oder beruflicher Qualifikation; kein NC. Schwerpunkte u. a. Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, Kriminalpsychologie, Organisations-/Personalpsychologie und Beratungspsychologie.
- Charlotte Fresenius Hochschule: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit Abitur, fachgebundener Hochschulreife, Fachhochschulreife oder beruflicher Qualifikation; kein NC, Auswahlverfahren. Approbationskonform. Schwerpunkte u. a. Gesundheitspsychologie, kognitiv-affektive Neurowissenschaften, Klinische Neuropsychologie sowie Pädagogische Psychologie/Bildungspsychologie.
- MHB: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit Hochschulzugangsberechtigung; beruflich Qualifizierte aus Gesundheitsberufen können im Einzelfall zugelassen werden; kein NC, Auswahlgespräch. Approbationskonform. Inhalte u. a. Diagnostik, Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, Medizin und Pharmakologie.
- MSB Medical School Berlin: Psychologie, B.Sc. – Zugang in der Regel mit Abitur; beruflich Qualifizierte nach Berliner Hochschulrecht möglich; kein NC, Aufnahmegespräch. Approbationskonform. Vertiefungen u. a. Rechtspsychologie, Gesundheitspsychologie, Notfallpsychologie, Positive Psychologie und Sportpsychologie.
- MSH Medical School Hamburg: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit allgemeiner Hochschulreife; kein NC, Aufnahmegespräch. Approbationskonform. Inhalte u. a. Pädagogik, Diagnostik, Klinische Psychologie, Entwicklungspsychologie sowie Arbeits- und Organisationspsychologie; Vertiefungen u. a. Gesundheitspsychologie, Rechtspsychologie und Sportpsychologie.
- HMU Potsdam: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit allgemeiner Hochschulreife; kein NC, Aufnahmegespräch. Approbationskonform. Inhalte u. a. Pädagogische Psychologie, Entwicklungspsychologie, Diagnostik, Klinische Psychologie, Prävention, Rehabilitation sowie Arbeits- und Organisationspsychologie.
- HMU Erfurt: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit allgemeiner Hochschulreife; kein NC, Aufnahmegespräch. Approbationskonform. Inhalte u. a. Gesundheitspsychologie, Rechtspsychologie, Klinische Psychologie, Diagnostik, Pädagogische Psychologie sowie Arbeits- und Organisationspsychologie.
- Universität Witten/Herdecke: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit allgemeiner Hochschulreife oder gleichwertigem Abschluss; Fachhochschulreife reicht nicht. Zusätzlich dreimonatiges Vorpraktikum und Auswahlverfahren. Approbationskonform. Inhalte u. a. Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie, Diagnostik, Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie sowie Arbeits- und Organisationspsychologie.
- Psychologische Hochschule Berlin: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit allgemeiner Hochschulreife; kein NC, Auswahlverfahren. Approbationskonform. Anwendungsfächer u. a. Pädagogische Psychologie, Angewandte Entwicklungspsychologie und Entwicklungskriminologie; fachlich sehr nah am klassischen Psychologie-Weg.
- PFH Göttingen: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit Abitur, Fachhochschulreife oder mindestens dreijähriger Berufsausbildung plus mindestens dreijähriger Berufserfahrung; kein NC. Approbationskonform. Schwerpunkte u. a. Arbeits- und Organisationspsychologie, Gesundheitspsychologie, Digitale Psychologie, E-Health und BWL.
- HSD Hochschule Döpfer: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit Abitur, fachgebundener Hochschulreife, Fachhochschulreife oder beruflicher Qualifikation; kein NC. Schwerpunkte u. a. Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, Pädagogische Psychologie sowie Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie.
- SRH University: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit Abitur, fachgebundener Hochschulreife, Fachhochschulreife oder beruflicher Qualifikation plus Eignungsprüfung; kein klassischer NC. Schwerpunkte: Gesundheits- und Klinische Psychologie, Rechtspsychologie oder Wirtschaftspsychologie; außerdem Diagnostik, Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie und Praktikum.
- International Psychoanalytic University Berlin: Psychologie PLUS, B.Sc. – Zugang mit allgemeiner Hochschulreife oder fachgebundener Studienberechtigung; kein bestimmter Abiturschnitt, persönliches Bewerbungsgespräch. Profil: psychoanalytisch geprägte Psychologie, Klinische Psychologie, Diagnostik, psychodynamische Gesprächsführung, psychologisches Fachenglisch und Beratung.
- FHM: Psychologie, B.Sc. – Zugang mit Hochschulreife, Fachhochschulreife oder beruflicher Qualifikation; bei fachfremder Ausbildung ggf. Zugangsprüfung. Schwerpunkte: Beratung & Coaching, Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Gesundheitspsychologie; außerdem Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und Kommunikationspsychologie.
Zur Approbationskonformität: Für Schulpsychologie ist sie nicht das Hauptkriterium. Wichtig sind vor allem ein vollwertiger Psychologie-Bachelor, ein passender Psychologie-Master, solide Diagnostik-/Methodenanteile, Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie. Approbationskonforme Bachelor sind nur dann besonders interessant, wenn du dir zusätzlich den Weg Richtung Psychotherapie offenhalten möchtest.
Worauf du achten solltest:
- Masterfähigkeit: Beachte vor der Einschreibung, zu welchen Psychologie-Mastern der Bachelor passt. Für Schulpsychologie brauchst du langfristig fast immer den Master.
- Breite psychologische Grundlagen: Wichtig sind Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie, Diagnostik, Forschungsmethoden, Statistik, Beratung und klinische Grundlagen.
- Praktika: Such dir früh Praktika in Schule, Jugendhilfe, Beratungsstellen, Schulpsychologischem Dienst oder Kinder-/Jugendbereich.
- Bundesland prüfen: Schulpsychologie ist föderal organisiert. Anforderungen im öffentlichen Dienst unterscheiden sich je nach Bundesland.
Also: Wenn du ganz von Null startest und klassisch am Campus studieren möchtest, wähle am besten einen breiten Psychologie-Bachelor, B.Sc. an einer privaten Hochschule – nicht Wirtschaftspsychologie oder Coaching. Danach solltest du gezielt einen Master wählen, der Diagnostik, Beratung, Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie oder Schulpsychologie stark abdeckt.
Zum Vergleichen passender Psychologie-Studiengänge kannst du den Studienfinder nutzen und interessante Optionen im Merkzettel speichern. Wenn du einzelne Hochschulen für dein Ziel Schulpsychologie durchgehen möchtest, kannst du auch unsere virtuelle Studienberaterin Sophie fragen.