Ist ein privater Psychologie-Bachelor für den Master an staatlichen Unis und die Psychotherapie-Ausbildung anerkannt?

Hi zusammen, ich möchte später mal Psychotherapeutin werden und stehe jetzt vor der Entscheidung, ob ich mein Psychologie-Bachelorstudium an einer privaten Uni machen soll. Was mich dabei total verunsichert: Muss ich dann meinen Master zwingend auch an einer privaten Hochschule machen oder kann ich mit dem privaten Bachelor auch zu einer staatlichen Uni für den Master wechseln? Mir ist besonders wichtig, dass mein späterer Abschluss für die psychotherapeutische Ausbildung anerkannt wird. Hat vielleicht schon jemand diesen Weg gewählt und kann sagen, wie das beim Wechsel von einer privaten zur staatlichen Hochschule gelaufen ist?

1 Antwort

Hi Miriam,

ja: Mit einem Psychologie-Bachelor von einer privaten Hochschule kannst du grundsätzlich auch an eine staatliche Universität in den Master wechseln. Entscheidend ist nicht „privat oder staatlich“, sondern ob dein Bachelor fachlich und berufsrechtlich zum gewünschten Master passt.

Für dein Ziel Psychotherapeutin ist der wichtigste Punkt: Du brauchst den neuen Approbationsweg nach PsychThG/PsychThApprO. Das bedeutet normalerweise:

  1. approbationskonformer Bachelor in Psychologie, meist polyvalent angelegt
  2. approbationskonformer Master Klinische Psychologie und Psychotherapie bzw. Psychotherapie
  3. staatliche psychotherapeutische Prüfung
  4. Approbation
  5. danach Weiterbildung zur Fachpsychotherapeutin

Ein privater Bachelor ist also nicht automatisch problematisch. Problematisch wird es nur, wenn der Studiengang zwar „Psychologie“ heißt, aber nicht die berufsrechtlichen Anforderungen für den Psychotherapie-Weg erfüllt. Reine Fernstudiengänge, Angewandte Psychologie oder Wirtschaftspsychologie sind dafür in der Regel nicht der richtige Weg.

Worauf du vor der Einschreibung achten solltest:

  • Der Bachelor sollte ausdrücklich als approbationskonform bzw. als nach PsychThG/PsychThApprO geeignet ausgewiesen sein.
  • Die Hochschule sollte dir eine schriftliche Bestätigung zur berufsrechtlichen Anerkennung bzw. zur Erfüllung der PsychThApprO-Anforderungen geben können.
  • Prüfe, ob der Bachelor an einer Universität oder einer einer Universität gleichgestellten Hochschule angeboten wird.
  • Frage staatliche Wunsch-Unis vorab, ob Absolventinnen dieses konkreten Bachelorstudiengangs grundsätzlich für den Master Klinische Psychologie und Psychotherapie zugelassen werden können.
  • Behalte im Kopf: Auch mit passendem Bachelor gibt es keinen garantierten Masterplatz. Staatliche Master sind oft zulassungsbeschränkt und vergeben Plätze nach Note, Auswahlordnung, Tests oder weiteren Kriterien.

Private Bachelor-Studiengänge, die für den Approbationsweg relevant sein können, sind z. B.:

Nicht verwechseln: Ein staatlich anerkannter Psychologie-Bachelor ist ein vollwertiger Hochschulabschluss. Das heißt aber nicht automatisch, dass er zur Approbation führt. Für Psychotherapie zählt zusätzlich die berufsrechtliche Passung nach PsychThG/PsychThApprO.

Zusammengefasst: Du musst mit einem privaten Bachelor nicht zwingend an einer privaten Hochschule bleiben. Ein Wechsel an eine staatliche Uni ist grundsätzlich möglich, wenn dein Bachelor approbationskonform ist und die jeweilige Uni ihn für den Master anerkennt. Plane daher nicht nur den Bachelor, sondern direkt die gesamte Kette bis zur Approbation.

Zum Vergleichen passender Studiengänge kannst du den Studienfinder nutzen und die Programme im Merkzettel speichern. Wenn du einzelne Bachelorprogramme auf Approbationsweg, Masterchancen und Risiken prüfen möchtest, kannst du auch unsere virtuelle Studienberaterin Sophie fragen.

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