Wer sollte das duale Pflegestudium in Eberswalde beginnen – und was brauchst du dafür?
Das Studium passt zu dir, wenn du Verantwortung am Menschen übernehmen willst und Theorie mit Praxis verbinden möchtest. Geeignet bist du insbesondere, wenn du direkt nach dem (Fach-)Abitur in die Pflege einsteigen willst und eine praxisintegrierte Vollzeit-Ausbildung suchst. Ebenfalls passend ist der Studiengang, wenn du bereits erste Einblicke aus einem FSJ/BFD, aus der Pflegehilfe oder aus der Angehörigenpflege mitbringst und deine Kompetenzen akademisch ausbauen willst. Auch für Umsteigerinnen und Umsteiger aus sozialen oder gesundheitsnahen Berufen ist das Programm interessant, wenn du perspektivisch in klinischen Settings, in der Langzeit- oder ambulanten Pflege arbeiten möchtest – mit klarer Entwicklungsperspektive bis hin zu erweiterten heilkundlichen Tätigkeiten.
Zulassungsvoraussetzungen
Für den Studienstart in Eberswalde zählen formale Hochschulzugangskriterien und der gesicherte Praxisplatz. Im Überblick:
- Hochschulzugangsberechtigung: allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife.
- Zugang ohne Abitur: berufliche Qualifikation gemäß Landeshochschulgesetz (z. B. anerkannte Berufsausbildung plus einschlägige Berufserfahrung) – die Hochschule prüft die Eignung.
- Ausbildungsvertrag/Praxisplatz in einer Pflegeeinrichtung des Kooperationsnetzwerks (duales, praxisintegrierendes Format mit Vergütung durch die Praxiseinrichtung).
- Unterrichtssprache Deutsch: bei internationalen Schulnachweisen ist ein anerkannter Deutschnachweis vorzulegen.
- Anrechnung von Vorleistungen: möglich nach Einzelfallprüfung (z. B. bereits erbrachte Module, Qualifikationen); ein formeller Antrag ist erforderlich.
Das Programm ist primärqualifizierend in Vollzeit angelegt – du erwirbst die Berufszulassung als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann und den Bachelorabschluss.
Persönliche Voraussetzungen
Im dualen Pflegestudium zählt deine Haltung im Alltag: Du brauchst verlässliche Selbstorganisation, Kommunikationsstärke und die Bereitschaft, mit Patientinnen und Patienten in sehr unterschiedlichen Lebenslagen zu arbeiten. Praxisblöcke und Theoriephasen wechseln sich ab – plane realistisch mit einer vollen Wochenbelastung in Praxis und Lehrveranstaltungen und zusätzlichen Zeiten für Selbststudium, Prüfungen und Reflexion. Wichtig sind außerdem:
- Durchhaltevermögen in fordernden Phasen – etwa bei Praxisdiensten, Prüfungen oder OSCE-Formaten.
- Teamfähigkeit und interprofessionelles Arbeiten mit Medizin, Therapie und Sozialdiensten.
- Emotionale Stabilität und Reflexionsfähigkeit, z. B. in Notfall-, Palliativ- oder psychiatrischen Settings.
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein – von Pflegediagnostik bis Dokumentation.
- Lernbereitschaft für evidenzbasierte Pflege, digitale Tools und Qualitätsmanagement.
Wenn du dir klare Lernziele setzt, deinen Wochenplan konsequent pflegst und frühzeitig Unterstützungsangebote nutzt (Skills-Lab, Praxisanleitung, Studienberatung), bewältigst du die Anforderungen solide – und entwickelst die professionelle Haltung, die in der Pflege den Unterschied macht.
Was lernst du im Pflege-Studium an der Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde?
Du qualifizierst dich für die generalistische Berufszulassung als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann und erwirbst zusätzlich einen akademischen Abschluss. Das Curriculum verbindet pflegewissenschaftliche Fundierung, erweiterte heilkundliche Kompetenzen und umfangreiche Praxisphasen an drei Lernorten – Hochschule, Skills Labs und kooperierende Einrichtungen. Der Studiengang ist programmakkreditiert (AHPGS) und umfasst 240 ECTS in 8 Semestern.
Pflegepraxis und Akutversorgung: Du arbeitest dich in die Versorgung akuter Gesundheitsstörungen ein, inkl. perioperativer Pflege, Monitoring, Medikamentenregime und Infektionsprävention. Notfallsituationen, Reanimation (Basic & Advanced Life Support) und palliative Begleitung in kritischen Lebensphasen gehören dazu. Module wie „Akutpflege“, „Notfallpflege“ und „Palliativpflege“ trainieren situatives, evidenzbasiertes Handeln – teils mittels OSCE und Performanzprüfungen.
Zielgruppenspezifische Pflege: Eigene Schwerpunkte liegen auf der Versorgung von Kindern und Jugendlichen (pädiatrische Pflege) und älteren Menschen (geriatrische Pflege mit Fokus auf Multimorbidität, Polypharmazie, Demenz). Psychiatrische Pflege stärkt deine Kompetenzen in Beziehungsgestaltung, Deeskalation und rechtlichem Rahmen (z. B. PsychKG). So lernst du, Pflegeprozesse zielgruppengerecht zu planen, durchzuführen und zu evaluieren.
Wissenschaft, Qualität, Recht und Kommunikation: Von Anfang an baust du wissenschaftliche Kompetenzen auf (Literaturrecherche, Methoden, Studienkritik). Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung vermitteln Instrumente für Patientensicherheit, Risikomanagement und Schnittstellenkoordination. Rechtliche Rahmenbedingungen (SGB, PflBG, Delegation/Substitution) sowie professionelle Kommunikation – auch digital unterstützt – runden den Management- und Organisationsblick ab.
Praxisintegrierte Einsätze: In mehreren, hochschulisch begleiteten Praxismodulen rotierst du durch ambulante Akut- und Langzeitpflege, stationäre Akutpflege und stationäre Langzeitpflege. Du übernimmst schrittweise mehr Verantwortung – von der orientierenden Mitarbeit bis zur eigenständigen Planung und Evaluation ausgewählter Pflegeinterventionen unter Anleitung. Reflexion, Portfolioarbeit und strukturierte Praxisaufgaben sind verbindlich.
Erweiterte heilkundliche Tätigkeiten und Zukunftsthemen: Ein besonderer Baustein ist die Qualifizierung für erweiterte heilkundliche Aufgaben (z. B. bei Diabetes, chronischen Wunden, Demenz) im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Digitale Pflegeanwendungen, Pflegeinnovationstechnologien und Nachhaltigkeit („Current Health Issues“) verankern das Studium in der Versorgungsrealität von morgen. Der Studiengang ist auf Anschlussfähigkeit für Masterstudiengänge ausgelegt.
Wie läuft das Studium im Pflege-Studium ab?
Das Studium ist dual, praxisintegrierend und in Vollzeit organisiert. Du studierst an der Hochschule in Eberswalde und absolvierst umfangreiche Praxiszeiten in kooperierenden Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen der Region. Lehre, Skills-Training und Praxis greifen eng ineinander und werden hochschulisch begleitet.
Studienform und Lernorte
Der Studiengang ist primärqualifizierend in Vollzeit und als duales, praxisintegrierendes Modell angelegt. Drei Lernorte – Hochschulcampus, praxisnahe Skills Labs und Praxiseinrichtungen – strukturieren deinen Lernweg. Theoriephasen bereiten auf Einsätze vor, Praxisphasen werden durch Anleitung, Reflexion und Prüfungen begleitet.
Studienort und Lernumgebung
Studienort ist Eberswalde. Du lernst auf dem Campus der Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde und in einem Netzwerk regionaler Kooperationspartner. Skills Labs ermöglichen sicheres Üben komplexer Situationen vor dem Einsatz. Die Betreuung ist eng, mit klaren Praxisaufträgen, Portfolio und Feedbackschleifen.
Prüfungs- und Leistungsnachweise
Du legst je nach Modul unterschiedliche Prüfungsformate ab: schriftliche Klausuren und Hausarbeiten, OSCEs, Performanzprüfungen, Portfolios, Poster- und Präsentationsleistungen sowie Fallarbeiten. In den Praxisphasen gehören dokumentierte Praxiszeiten, Kompetenzbögen und strukturierte Fallarbeiten verbindlich dazu.
Zeitaufwand, Präsenz und Vereinbarkeit
Das Vollzeit- und Präsenzformat setzt regelmäßige Anwesenheit in Lehrveranstaltungen sowie feste Praxisdienstzeiten voraus – teils mit Früh-, Spät- oder Wochenenddiensten. Die Vereinbarkeit mit einem parallel voll belasteten Job ist nicht vorgesehen. Im Gegenzug profitierst du von einer Ausbildungsvergütung durch die Praxiseinrichtung und einem klaren Lern- und Kompetenzaufbau.
Was kostet der Bachelor Pflege an der Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde?
Die Studiengebühren betragen 490 € monatlich24.810 €.
Zusatzkosten einplanen: Lernmaterialien, Arbeitskleidung für die Praxis und Fahrtkosten zu Einsätzen können anfallen. Im dualen Modell erhältst du in der Regel eine Vergütung durch die Praxiseinrichtung, was die monatliche Belastung spürbar reduziert. Einzelne Praxispartner können zusätzlich Gebührenanteile übernehmen; das ist vertraglich unterschiedlich geregelt.
Finanzierung und Einordnung: Ratenzahlung ist über die monatlichen Gebühren bereits vorgesehen. Bei einschlägiger Erwerbstätigkeit lassen sich Studienkosten oft steuerlich geltend machen (Werbungskosten oder Sonderausgaben – individuelle Prüfung nötig). Im Vergleich zur staatlichen Hochschule sind die direkten Studiengebühren höher; dem stehen die duale Vergütung, enge Betreuung und die integrierte Berufszulassung gegenüber.
Welche Berufe und Gehälter sind nach dem Pflege-Studium möglich?
Mit der Kombination aus Berufszulassung und Bachelorabschluss arbeitest du in Akut- und Langzeitpflege, in ambulanten Diensten sowie in spezialisierten Bereichen. Typische Einstiegsgehälter liegen – je nach Träger, Tarif (z. B. TVöD-P) und Region – bei etwa 3.000–3.800 € brutto monatlich und steigen mit Verantwortung und Erfahrung.
- Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann (Station/ambulant/Notaufnahme): ca. 3.000–4.200 €
- Praxisanleitung oder Pflegepädagogische Assistenz: ca. 3.400–4.600 €
- Case Managerin/Case Manager, Entlass- oder Überleitungsmanagement: ca. 3.500–4.800 €
- Qualitätsmanagement/Patientensicherheit (Krankenhaus/Träger): ca. 3.800–5.000 €
- Community Health Nurse/Quartiersnahe Versorgung: ca. 3.800–5.000 €
Mit wachsender Verantwortung (z. B. Team- oder Stationsleitung) sind Monatsgehälter von 4.200–5.300 € erreichbar. Der Bachelor ist „anschlussfähig für Masterstudiengänge“ – etwa Advanced Practice, Pflegepädagogik, Pflege- oder Gesundheitsmanagement – und öffnet den Weg in erweiterte Rollen, Leitungsfunktionen oder Forschung.
Für wen lohnt sich das Pflege-Studium – und für wen nicht?
Der Studiengang lohnt sich, wenn du die generalistische Berufszulassung mit einem wissenschaftlichen Profil kombinieren willst und Freude an praxisnahem Lernen hast. Das duale Vollzeitformat mit festen Praxisdiensten passt zu allen, die Verantwortung im Versorgungssystem übernehmen möchten.
- Wenn du die Berufszulassung plus Bachelor in einem durchgängig strukturierten Studium anstrebst.
- Wenn du dual lernen willst: enge Praxisbegleitung, Skills Labs und ein starkes Kooperationsnetzwerk.
- Wenn dich erweiterte Aufgaben reizen (Diabetes, chronische Wunden, Demenz) und du evidenzbasiert arbeiten möchtest.
- Wenn du eine Vergütung im Praxisbetrieb nutzen willst, um Studienkosten zu tragen.
- Wenn du in Nordostbrandenburg/Eberswalde studieren und regionale Versorgungsstrukturen mitgestalten willst.
Nicht sinnvoll ist das Programm, wenn du maximale örtliche und zeitliche Flexibilität brauchst oder Gebühren an privaten Hochschulen grundsätzlich vermeiden möchtest. Auch wer Präsenz- und Praxisverpflichtungen nicht mit dem Alltag vereinbaren kann, sollte Alternativen prüfen.
- Wenn du ein ortsunabhängiges Online- oder Fernstudium suchst – hier gilt Präsenzpflicht mit festen Praxiszeiten.
- Wenn die Studiengebühren im Vergleich zu staatlichen Hochschulen ein Ausschlusskriterium sind.
- Wenn du keine Schicht- und Wochenenddienste in Praxisphasen leisten willst oder kannst.
- Wenn du ein rein theoretisches Studium ohne direkten Patientenkontakt bevorzugst.
Studienberatung
Fragen an die Studienberatung? Stell deine Frage hier, auch anonym. Ein Mitarbeiter der Einrichtung Studium oder die Redaktion wird dir antworten.