Für wen eignet sich die Ausbildung in Verhaltenstherapie an der PHB?
Der Masterstudiengang Verhaltenstherapie mit Approbationsausbildung richtet sich an Absolventinnen und Absolventen eines Diplom- oder Masterstudiums in Psychologie, die ihr Studium vor dem 1. September 2020 begonnen haben. Die Zielgruppe umfasst angehende psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die nach dem bisherigen Recht zur Approbationsprüfung zugelassen werden möchten. Der Schwerpunkt liegt auf Personen, die fundiertes Interesse an der praktischen psychotherapeutischen Tätigkeit im verhaltenstherapeutischen Methodenbereich haben und eine wissenschaftlich ausgerichtete sowie praxisnahe Ausbildung in Berlin suchen. Angesprochen werden insbesondere Psychologinnen und Psychologen, die sich langfristig in der ambulanten oder stationären Versorgung psychisch erkrankter Erwachsener engagieren wollen.
Welche formalen Zulassungskriterien gelten?
Für die Aufnahme in das Programm gelten folgende formale Zulassungsvoraussetzungen:
- Abgeschlossenes Hochschulstudium der Psychologie mit Diplom oder Masterabschluss (keine anderen Studienfächer oder Abschlüsse zugelassen)
- Nachweis, dass das Psychologiestudium vor dem 1. September 2020 aufgenommen wurde (Studienbescheinigung notwendig)
- Inhalte des abgeschlossenen Studiums müssen das Fach Klinische Psychologie umfassen
- Bei ausländischem Abschluss: Anerkennung der Gleichwertigkeit durch die zuständige Landesbehörde (wird nach Bewerbung durch die PHB eingeleitet)
- Sprachnachweis Deutsch auf Niveau C1 bei internationalem Bildungsabschluss
- Einzureichende Bewerbungsunterlagen: Tabellarischer Lebenslauf, Lichtbild, beglaubigte Kopien der Abschlusszeugnisse und Leistungsübersicht einschl. Nachweis der Studiendauer, Motivationsschreiben, Nachweis über zeitliche und finanzielle Belastbarkeit, Erklärung zur Bereitschaft der Übernahme der Studiengebühren
Zu den persönlichen Voraussetzungen zählen insbesondere eine hohe Belastbarkeit, ausgeprägte Reflexionsfähigkeit und Interesse an wissenschaftlicher Psychologie. Erwartet werden soziale Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und die Bereitschaft zur Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen. Du solltest strukturiertes Arbeiten mögen, eigenverantwortlich handeln und bereit sein, dich regelmäßig mit deiner eigenen Persönlichkeit sowie mit therapeutischen Rollen auseinanderzusetzen. Die Ausbildung fordert ausgeprägtes Zeitmanagement, Teamfähigkeit und Offenheit für Supervision sowie Selbsterfahrung. Praktische Erfahrungen im Bereich der Psychologie sind hilfreich, jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Ein ehrliches Interesse an verhaltenstherapeutischen Konzepten und an der kontinuierlichen wissenschaftlichen Weiterentwicklung des Fachgebiets wird vorausgesetzt.
Wie ist das Curriculum im Master Verhaltenstherapie an der PHB aufgebaut?
Im Masterstudiengang Verhaltenstherapie an der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) steht die Verknüpfung fundierter Theorie mit praxisnaher Ausbildung im Fokus. Das Curriculum gliedert sich in zehn Module, die folgende inhaltlichen Schwerpunkte abdecken:
- Theoretische und methodische Basis: Einführung in Diagnostik, Klassifikation, Krankheitslehre, Psychotherapieforschung, Berufsrecht und Ethik.
- Störungsübergreifende Verfahren: Entspannungs- und gruppentherapeutische Methoden, Krisenintervention, Selbstmanagement, Kommunikationstraining.
- Praktische Basisfertigkeiten: Propädeutikum, Grundfertigkeiten der Gesprächsführung, Verhaltensanalyse, Befunderhebung und Anamneseerhebung.
- Behandlungsbezogene Kenntnisse: Lerntheorien, kognitive Verfahren, klassische und moderne verhaltenstherapeutische Ansätze.
- Störungsspezifische Interventionen: Verhaltenstherapie bei affektiven Störungen, Angststörungen, Zwang, PTSD, somatoformen und Essstörungen, Persönlichkeits- und Suchtstörungen, psychotischen und neurologischen Erkrankungen.
- Zielgruppenspezifische Vertiefung: Psychotherapie für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen sowie Familien- und Paartherapie.
- Berufspraxis: Qualitätssicherung, interdisziplinäre Kooperation, Führung einer Praxis und Supervisionsmethoden.
- Forschungsmethoden: Vertiefung in wissenschaftlicher Arbeit, empirische Methoden, Forschungskolloquium und die Anfertigung der Masterarbeit.
- Selbsterfahrung und Supervision: 90 Stunden Gruppenselbsterfahrung, 30 Stunden Einzelselbsterfahrung, 150 Stunden Supervision.
- Praxis im therapeutischen Setting: 600–800 Behandlungsstunden in der Hochschulambulanz, ergänzt durch 1.800 Stunden praktische Tätigkeit in kooperierenden Einrichtungen.
Die Ausbildung integriert Elemente moderner Verhaltenstherapie wie Achtsamkeitsbasierte Verfahren, CBASP und DBT. Du profitierst zusätzlich von einem Wissenschafts-Praxis-Transfer über die eigene Hochschulambulanz, interne Fallseminare und regelmäßige Supervisionen.
Wie läuft das Studium und die Approbationsausbildung im Detail ab?
Das Studium startet jeweils zum Wintersemester am 1. Oktober. Die Studiendauer beträgt 7 Semester (3,5 Jahre) in Vollzeit. Die Organisationsform ist eng an die Anforderungen der Approbationsausbildung angelehnt und verbindet Theorie, Selbsterfahrung sowie praktische Ausbildung:
- Theorieveranstaltungen finden vorwiegend in Blockphasen am Wochenende (inklusive Freitag, durchschnittlich 14–16 Wochenenden pro Studienjahr) statt.
- Es gibt mindestens eine jährlich stattfindende Blockwoche („PHB Summer School“), in der forschungsbasiert aktuelle Themen bearbeitet werden.
- Das Studium umfasst mindestens 700 Theoriestunden, davon 630 Stunden, die auf die Therapieausbildung anrechenbar sind.
- Zur praktischen Tätigkeit gehören 1.800 Stunden, davon 1.200 Stunden in einer klinisch-psychiatrischen Einrichtung und 600 Stunden in einer psychosomatischen oder psychotherapeutischen Einrichtung. Diese Praxisphase findet im Regelfall in der ersten Hälfte der Ausbildung statt.
- Die praktische Ausbildung – das heißt die Behandlung realer Patientinnen und Patienten unter Supervision – umfasst 600 bis 800 Stunden, überwiegend in der Hochschulambulanz der PHB.
- Die Arbeit mit Patientinnen und Patienten erfolgt unter kollegialer Supervision in Kleingruppen.
- Zusätzlich sind 90 Stunden Gruppenselbsterfahrung und 30 Stunden Einzelselbsterfahrung vorgesehen.
- Das Masterprojekt (Masterarbeit und Disputation) schließt das Studium ab.
Die Ausbildung ist auf kleine Jahrgänge (maximal 20 Teilnehmende) und eine enge persönliche Betreuung ausgerichtet, was eine individuelle Förderung und ein intensives Lernumfeld ermöglicht.
Welche Karrierewege stehen Absolventinnen und Absolventen offen?
Mit Abschluss des Masters und bestandener Approbationsprüfung bist du als Psychologische Psychotherapeutin bzw. Psychologischer Psychotherapeut mit dem Vertiefungsschwerpunkt Verhaltenstherapie zur beruflichen Tätigkeit berechtigt. Die wichtigsten Berufsperspektiven sind:
- Eigenständige Führung einer psychotherapeutischen Praxis mit zentraler Rolle in der ambulanten Versorgung.
- Tätigkeiten in Kliniken, psychiatrischen und psychosomatischen Fachabteilungen und Reha-Einrichtungen.
- Arbeit in Beratungsstellen, Sozialpsychiatrischen Diensten und Multiprofessional-Teams im Gesundheitswesen.
- Mitwirkung in Forschung, Lehre oder in Weiterbildungsinstitutionen für Psychotherapie, etwa als Dozentin oder Dozent.
- Karriereoptionen in der Entwicklung oder Leitung psychologischer Projekte (z. B. im Bereich Prävention, Rehabilitation oder transkultureller Psychotherapie).
- Speziell mit dem Masterabschluss eröffnen sich Perspektiven für wissenschaftliche Karrieren, Promotion und universitäre Mitarbeit.
Die Nachfrage nach qualifizierten Verhaltenstherapeutinnen und -therapeuten bleibt auf Grund gesellschaftlicher Entwicklungen und Reformen im Gesundheitssystem weiterhin hoch.
Was solltest du über den Studienort Berlin an der PHB wissen?
Der gesamte Studiengang wird am Campus der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) am Köllnischen Park in Berlin-Mitte durchgeführt. Die PHB verfügt über modern ausgestattete Seminarräume, eine der größten Psychotherapie-Ambulanzen Deutschlands sowie ein EEG-Labor für Forschung und Praxis. Die Lage im Zentrum Berlins erleichtert die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und zahlreiche Kooperationspartner, sowohl im klinischen als auch im Forschungsmilieu.
Praktische Tätigkeiten finden in der Regel bei Kooperationskliniken in Berlin und Brandenburg statt – einzelne Praktikumsabschnitte können auf Wunsch auch bei externen Partnern außerhalb der Region absolviert werden. Die praktische Ausbildung mit Patientinnen und Patienten erfolgt in den eigenen Behandlungsräumen der Hochschulambulanz am Campus.
Wie setzen sich Kosten und Einnahmen im Studium Verhaltenstherapie zusammen?
Die Gesamtkosten für das Studium und die Approbationsausbildung in Verhaltenstherapie betragen an der PHB 34.144 € (Stand: 23.02.2026). Diese setzen sich wie folgt zusammen:
- 7 Semester Studiengebühr à 582 € monatlich (insgesamt: 24.444 €)
- Bewerbungsgespräch: 120 €
- Einschreibegebühr: 140 €
- 30 Stunden Einzelselbsterfahrung: 3.540 €
- 50 Stunden Einzelsupervision: 5.900 €
Während der praktischen Ausbildung in der Hochschulambulanz generierst du über die Abrechnung der von dir durchgeführten Behandlungsleistungen Einnahmen:
- Bei mindestens 600 Behandlungsstunden: ca. 51.000 € Einnahmen
- Bei maximal 800 Behandlungsstunden: bis zu 68.000 € Einnahmen möglich
- Daraus ergibt sich je nach Praxisumfang ein finanzieller Überschuss zwischen 16.856 € und 33.856 €
Das Ausbildungsmodell sorgt somit nicht nur für eine solide Kostenstruktur, sondern eröffnet bei hoher Praxisbeteiligung einen deutlich positiven Finanzierungssaldo. Beachte, dass zusätzlich individuelle Lebenshaltungskosten anfallen und Fördermöglichkeiten geprüft werden sollten.
Studienberatung
Fragen an die Studienberatung? Stell deine Frage hier, auch anonym. Ein Mitarbeiter der Einrichtung Studium oder die Redaktion wird dir antworten.