Für wen eignet sich der Bachelor Kunst im Sozialen. Kunsttherapie?
Der Studiengang Kunst im Sozialen. Kunsttherapie an der Hochschule für Künste im Sozialen richtet sich an Personen, die künstlerische Ausdrucksformen gezielt in sozialen, pädagogischen und therapeutischen Berufsfeldern anwenden wollen. Besonders angesprochen sind Interessierte, die ein starkes Interesse an bildender Kunst mit dem Wunsch verbinden, Menschen in Entwicklungs-, Krisen- oder Heilungsprozessen zu begleiten. Typische Bewerberinnen und Bewerber streben Tätigkeiten in Kliniken, pädagogischen Einrichtungen, im Gesundheitswesen oder in sozialen Projekten an und möchten methodisch fundierte Kunsttherapie mit wissenschaftlichen und künstlerischen Kompetenzen verbinden.
Welche formalen Kriterien musst du für die Zulassung erfüllen?
Um für das Bachelorstudium Kunst im Sozialen. Kunsttherapie zugelassen zu werden, benötigst du mindestens die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder eine als gleichwertig anerkannte Qualifikation (Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder eine berufliche Qualifikation mit entsprechender Eignungsprüfung nach Bremischem Hochschulgesetz). Zusätzlich wird meist eine künstlerische Eignung vorausgesetzt, die durch eine Bewerbungsmappe, eine praktische Prüfung oder ein Auswahlgespräch nachzuweisen ist. Das Studium wird in Vollzeit und als Präsenzstudium am Campus Ottersberg angeboten.
Du solltest ausgeprägtes Interesse an künstlerischen Prozessen mitbringen und Freude daran haben, dich gestalterisch auszudrücken. Essenziell sind Offenheit und Sensibilität im Umgang mit unterschiedlichen Menschen und Lebenswelten, da kunsttherapeutisches Arbeiten häufig interdisziplinäre Teams und soziale Gruppen einbindet. Kommunikationsfähigkeit, Bereitschaft zur Selbstreflexion sowie Empathie sind zentrale persönliche Voraussetzungen. Erste Erfahrungen in pädagogischen, sozialen oder kreativen Kontexten sind von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung.
Schwerpunkte und Inhalte des Studiums Kunsttherapie verständlich erklärt
Im Bachelorstudium Kunst im Sozialen. Kunsttherapie an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg erwirbst du umfassende Kenntnisse und praktische Fähigkeiten in künstlerischer Gestaltung sowie im therapeutisch-pädagogischen Handeln mit Menschen aller Altersgruppen. Die Ausbildung ist interdisziplinär ausgerichtet und verbindet bildnerische Praxis mit Wissen aus Psychologie, Medizin, Kultursoziologie und Erziehungswissenschaft. Besonderheiten des Studiums sind:
- Fundierte Ausbildung in künstlerischen Techniken wie Malerei, Zeichnung, Skulptur und plastischem Gestalten, ergänzt durch innovative künstlerisch-therapeutische Methoden
- Vermittlung aktueller fachlicher Grundlagen zu Medizin, Psychologie, Psychotherapie und Kunstwissenschaft
- Praxisnahe Einblicke in kunsttherapeutische Interventionsmethoden für Einzel-, Gruppen- und Familientherapie
- Möglichkeit, zwischen anthroposophisch orientierter und systemisch orientierter Kunsttherapie zu wählen bzw. beide Schwerpunkte zu belegen
- Stärkung von Kommunikations-, Team- und Beziehungskompetenz durch kooperative und projektorientierte Lehrformen
- Förderung wissenschaftlicher Reflexionsfähigkeit und Vorbereitung auf forschende Tätigkeiten
- Direkte Umsetzung des Gelernten in künstlerisch-therapeutischen Projekten und dem eigenen Atelierplatz während des Studiums
Wie ist das Kunsttherapie-Studium organisiert?
Das Studium ist als achtsemestriges Vollzeit-Präsenzstudium konzipiert und führt zum Abschluss Bachelor of Arts (240 ECTS). Du arbeitest in kleinen Klassen mit persönlicher Betreuung durch erfahrene Dozentinnen und Dozenten aus Praxis und Wissenschaft. Die Studienstruktur ist modular aufgebaut und beinhaltet feste Atelierplätze für das individuelle künstlerische Arbeiten. Zentrale Merkmale des Studienablaufs sind:
- Wechsel aus Praxismodulen, künstlerisch-therapeutischer Selbsterfahrung, wissenschaftlichen Grundlagen- und Anwendungsmodulen
- Intensive Projektarbeit und regelmäßige Gruppenarbeiten zur Förderung kooperativer Kompetenzen
- Kontinuierliche Reflexion und Begleitung künstlerischer sowie therapeutischer Prozesse
- Integration von Forschungselementen über das Institut für Kunsttherapie und Forschung der Hochschule
- Enge Forschungsorientierung, insbesondere zu Themen wie künstlerische Interventionen in Gesundheitsförderung und Prävention
- Eigener Atelierplatz während der gesamten Studiendauer für individuelle und gemeinschaftliche künstlerische Entwicklung
Welche beruflichen Perspektiven eröffnet dir das Studium Kunst im Sozialen?
Nach erfolgreichem Abschluss bist du qualifiziert für vielfältige berufliche Einsatzgebiete. Absolventinnen und Absolventen finden Positionen in:
- Kliniken und Krankenhäusern, insbesondere in Fachbereichen wie Onkologie, Pädiatrie, Psychiatrie, Neurologie, Geriatrie oder Palliativmedizin
- Rehabilitations- und Suchtkliniken sowie psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen
- Sozialpädagogischen, heilpädagogischen und sozialtherapeutischen Institutionen (z.B. Arbeit mit Menschen mit Förderbedarf, mit sozial Benachteiligten und Geflüchteten)
- Kinder-, Jugend- und Altenhilfe oder der systemischen Familienberatung und -therapie
- Kunst- und Inklusionsprojekten sowie kulturellen Bildungseinrichtungen wie Museen, Kunsthäusern und Atelierprojekten
- Projekten zur Gesundheitsförderung, Prävention und Integrationsarbeit, auch in Unternehmen und soziokulturellen Feldern
Das Studium eröffnet zudem die Möglichkeit eines weiterführenden Masterstudiums, beispielsweise im Anschluss an der HKS im Bereich Kunst und Theater im Sozialen.
Wie lernst und arbeitest du vor Ort in Ottersberg?
Du studierst am Campus der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg im Bundesland Niedersachsen. Das Studienumfeld bietet:
- Eigene Atelierplätze für alle Studierenden während der gesamten Studiendauer
- Familiäre Atmosphäre und enge Betreuung in kleinen Lerngruppen
- Künstlerische Werkstätten, moderne Atelierräume und Zugang zu Veranstaltungen und Kulturangeboten – zum Beispiel mit dem Kultursemesterticket für freien Eintritt in Theater und Museen in Bremen
- Direkte Anbindung an das Institut für Kunsttherapie und Forschung, vielfältige Kooperationsprojekte und Partizipation an innovativen Forschungsinitiativen
Was kostet das Studium und wie kannst du es finanzieren?
Die monatlichen Studiengebühren für das achtsemestrige Präsenzstudium betragen 405 €. Insgesamt entstehen so über die Studiendauer Kosten von 19.440 €. Möglichkeiten zur Finanzierung bestehen unter anderem durch:
- BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) für förderberechtigte Studierende
- Deutschlandstipendium (leistungsorientierte Förderung unabhängig von der Herkunft)
- Optionale Stipendienprogramme und Fördermöglichkeiten für soziale und künstlerische Studienrichtungen
- Möglichkeit, das Studium in Teilzeit mit Nebenjobs oder mit Unterstützung durch elterliche Förderung oder Bildungskredite zu finanzieren
- Sonderangebote wie das Kultursemesterticket erleichtern Teilhabe am kulturellen Leben ohne Zusatzkosten
Zusätzliche Kosten für Material, Exkursionen und persönliche Lebenshaltung sollten eingeplant werden. Die Hochschule bietet Beratung zu individuellen Finanzierungswegen an.
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